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Nachbar Natur
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Bericht über den Gärtnerkaffeklatsch am 18. November 2006 auf Schloss Heiligenhoven
Sortenliste der angebotenen Pflanzen und Sämereien:
Eine regionale Initiative aus dem Bergischen für das Bergische
Bergische Gartenarche ![]()
Arbeitskreis zur Erhaltung traditioneller Nutz- und Zierpflanzen

Omas Gartenschätze
Übern Zaun gereicht und an die Nachbarn weiter gegeben wurden früher Ableger und Saatgut aus dem eigenen Garten. Mit der Zeit haben sich dabei viele regionale Varianten unserer bekannten Gemüsesorten und Bauerngartenblumen herausgebildet. Bis vor rund 40 Jahren waren die lokalen Gartenschätze noch weit verbreitet. Heute sind sie sehr selten geworden.
Mit dem Verschwinden der alten Gärten begann ihr langsames Aussterben.
Saatgut selbst vermehren war in früheren Jahren eine Selbstverständlichkeit. Auf diese Weise wurden einige Bohnen-, Erbsen- oder Meldesorten über viele Generationen in einer Familie weitergegeben und sorgfältig aufbewahrt. Erst mit dem Aufkommen großer Saatgutzuchtbetriebe wurde es üblich, Saatgut in Portionen abgepackt zu kaufen.
Omas Gartenschätze haben überlebt! In vielen Dörfern wurde das überlieferte Gemüse-Saatgut, trotz verlockender Neuheiten, wie eine Kostbarkeit gehütet und ist dadurch bis heute erhalten geblieben. Und auch die Tradition, Pflanzen an Nachbarn weiterzugeben und zu tauschen hat sich bis heute erhalten. Dadurch ist so manche alte Pflanze im Laufe der Zeit ein selbstverständlicher Teil des Gartens oder des Dorfes geworden, die man kennt, so lange man denken kann. Diese Pflanzen sind es, die der Arbeitskreis Bergische Gartenarche sucht und erhalten möchte! Das können Stauden sein, Blumenzwiebeln, Sträucher und natürlich auch Gemüsesorten oder Blumen, die jedes Jahr wieder ausgesät werden.
Gesetze regeln heute Zucht und Vertrieb von Saatgut. Da der Erwerb der Lizenzrechte für die Zulassung neuer Sorten sehr kostspielig ist, wird der Markt von wenigen großen Saatgutherstellern beherrscht. Die Vielfalt der altbewährten Lokalsorten wird durch wenige Neuzüchtungen ersetzt und geht unwiederbringlich verloren. Die Erhaltung alter Sorten, die keine Zulassung mehr haben, ist im Gesetz nicht vorgesehen - im Gegenteil:
Der Handel mit Saatgut alter Sorten ist nicht erlaubt. Es darf jedoch immer noch wie früher von Hand zu Hand weitergereicht oder getauscht werden. Auch darf man die Ernte für den Verzehr verkaufen.
Für die Erhaltung und Verbreitung alter Sorten setzen sich überregional bereits seit vielen Jahren engagierte Vereine, Initiativen, private Samenarchive, kleinere Gärtnereien und Saatgutbetriebe ein.
Für unsere Region haben sich der Naturschutzbund Deutschland - Kreisverband Oberberg (NABU Oberberg/OBN), das Bergische Freilichtmuseum Lindlar und einige engagierte Gartenfreunde, darunter die bekannte Gartenbuchautorin Marie-Luise Kreuter, zur Bergischen Gartenarche, dem Arbeitskreis zur Erhaltung traditioneller Nutz- und Zierpflanzen zusammengeschlossen. Ziel des Arbeitskreises ist das Sammeln, Bewahren und Vermehren alter Gemüsesorten und Zierpflanzen aus den Bauerngärten des Bergischen Landes.
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Was wird gesammelt? Der Arbeitskreis sammelt Ableger und Saatgut von Gemüse- und Zierpflanzen, deren Geschichte man mindestens 50 Jahre im Bergischen Land zurückverfolgen kann. Gesucht werden zum Beispiel Bohnen, Kartoffeln, Mangold oder Melde aber auch Rosen, Akeleien, Dahlien oder Pfingstrosen. |
Was ist das Besondere an den alten Landsorten?
Wenn Gemüse- und Zierpflanzen über Generationen in einer Gegend angebaut und vermehrt werden, passen sie sich dort an Klima und Boden an. Auf diese Weise haben auch unsere Bergischen Sorten ihr eigenes Erbgut mit seinen individuellen Eigenschaften entwickelt. Sie gedeihen gut im rauen Bergischen Klima und sind gegen Schädlinge und Krankheiten weniger anfällig. Vor Schnecken, Wühlmäusen und neuzeitlichen Schädlingen müssen jedoch auch sie geschützt werden.
Als lebendiges Kulturerbe des Bergischen Landes sind sie für uns sehr wertvoll, und ihre Vielfalt und Schönheit ist eine Bereicherung in Garten und Küche. Die alten Gemüsesorten sind nicht nur wohlschmeckend sondern tragen auch zu einem abwechslungsreichen Speiseplan bei. Viele Sorten reifen erst nach und nach, so dass man über einen längeren Zeitraum immer wieder ernten kann.
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Die Blumen des Bauerngartens bieten unseren heimischen Schmetterlingen und Bienen reiche Nahrung. Auch uns Menschen zieht die Vielfalt der Farben, Formen und Wohlgerüche in ihren Bann und weckt Kind-heitserinnerungen an Omas Garten! |
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Wir sollten es nicht versäumen, unser wertvolles grünes Erbe vor dem Untergang zu bewahren.
Deshalb möchte die Bergische Gartenarche die Vielfalt der traditionellen Gärten erhalten und diese Pflanzen wieder stärker im Bergischen Land verbreiten. Unterstützt wird sie dabei von einem Netzwerk interessierter Gartenfreunde.
Erste Erfolge hat die Bergische Gartenarche seit ihrer Gründung im Jahre 2001 bereits zu verzeichnen. So konnten zum Beispiel einige herrlich blühende Duftrosen aus alten Gärten zwischen Morsbach und Radevormwald gerettet werden, von denen einige nur Dank ihrer starken Widerstandskraft mehrere Jahrzehnte fast ohne Pflege überlebt haben. Glücklicherweise werden sie nun durch ihre Paten wieder gut betreut und vermehrt.
Andere Gartenschätze werden schon seit Generationen in der Familie weiter gegeben. Ein Beispiel dafür ist der Engkohl, eine lokale, glattblättrige Grünkohlsorte, die früher aus Platzmangel am Rand eines abgeernteten Beetes gepflanzt wurde. Seine Geschichte lässt sich mehr als 100 Jahre zurück verfolgen.
Insgesamt wurden der Gartenarche bereits 102 verschiedene Pflanzen angeboten. Einige davon kamen erst vor wenigen Jahren auf recht verschlungenen Wegen in den Garten des jetzigen Besitzers. Ihre Geschichte im Dorf ließ sich aber über viele Jahrzehnte zurück verfolgen.
Wie können Sie mithelfen?
Melden Sie uns alte Gemüsesorten oder Zierpflanzen, deren Saatgut oder Ableger wir an engagierte Paten weiter vermitteln.
Werden sie Pate über einzelne Pflanzen. Nehmen Sie Omas Gartenschätze in ihre Obhut, vermehren sie diese, erfreuen Sie sich daran und tragen Sie zum Erhalt der alten Sorten bei.
Die aktuelle Sortenliste der Bergischen Gartenarche erhalten Sie hier als pdf-Datei oder beim NABU Oberberg sowie im Bergischen Freilichtmuseum Lindlar, die Adressen finden Sie unten.
Gesucht werden aber nicht nur Pflanzen, sondern auch ihre Geschichte, ihre Bergischen Namen, Anekdoten sowie Informationen über alte Gärten und ihre Pflanzenwelt auch wenn diese heute nicht mehr existieren.
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Für Ihre Informationen können sie den Fragebogen benutzen. Telefonisch erreichen Sie uns unter den unten stehenden Telefonnummern. Per eMail ist die Gartenarche unter gartenarche@web.de zu erreichen. |
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Die Mitglieder im Arbeitskreis arbeiten ehrenamtlich. Wir freuen uns über jede Unterstützung, auch Spenden sind herzlich willkommen.
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Ihre Ansprechpartner für die Gemeinden/Städte: Lindlar, Engelskirchen und Much: Bergisch Gladbach, Reichshof: Kürten: Waldbröl, Ruppichteroth, Eitorf, Hennef, Windeck : Morsbach, Friesenhagen: Radevormwald, Hückeswagen, Halver, Wipperfürth, Wuppertal: Nümbrecht: Marienheide, Wiehl, Gummersbach, Bergneustadt, Olpe, Drolshagen: Per eMail ist die Gartenarche außerdem unter gartenarche@web.de zu erreichen. |
Der Aktionsradius der Bergischen Gartenarche ist das Bergische Land.
Sollten Sie für Ihre Gemeinde/Stadt keinen Ansprechpartner finden, wenden Sie sich bitte an den Ansprechpartner einer Nachbarkommune.
Die Bergische Gartenarche nimmt an verschiedenen Veranstaltungen teil, darunter der Frühlings-Tauschbörse am 21. April 2007 auf Schloss Homburg/Nümbrecht sowie der Herbst-Tauschbörse am 3. Oktober 2007 in Radevormwald.
Sortenliste der angebotenen Pflanzen und Sämereien, die Sie ausdrucken können.
Die aktuelle Sortenliste der Bergischen Gartenarche erhalten Sie aber auch bei:
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Landschaftsverband Rheinland |
Per eMail ist die Gartenarche außerdem unter gartenarche@web.de zu erreichen.
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